Hey Siri, fahr mein Auto

Nun gut, bis Siri so weit ist wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, doch selbstfahrende Autos sind auf dem Vormarsch. So ziemlich jedes Technologie Unternehmen das etwas auf sich hält, mischt in dem Gebiet kräftig mit und insbesondere Größen wie Google oder Tesla sind weit vorne.

Doch was heißt das für uns? Eine Welt mit autonom fahrenden Autos?

Gerade in Deutschland leben wir in einem Land, in dem das Auto als wertvolles Gut angesehen wird. Teilweise schon dem Status einer Gottheit ähnelt, wird es gehegt und gepflegt. Einige gehen gar so weit, dass sie lieber auf den Saft für sich verzichten, als für das gute Öl für das Auto. Und nun sollen wir die Gewalt über jenes verlieren?

Es klingt schon fast absurd, doch beweisen die harten Zahlen immer wieder, dass der Mensch im Grunde nicht hinter das Steuer gehört. Zu schwer wiegen die Vorfälle, in denen wir falsch handeln. Zum Teil durch Ablenkungen jeglicher Art, zum anderen durch Emotionen. Besonders schwer wiegen in der aktuellen Zeit die Vorkommen, in denen man sich durch sein Telefon ablenken lässt. In der einen Sekunde in der man nicht auf die Straße sondern den Bildschirm starrt, legt man ganz einfach dreißig Meter zurück. Und das gemessen an einer langsamen Fahrweise. Ist man erst einmal in eine Konversation vertieft, können es schnell auch mehrere Sekunden sein. Diesen Umstand werden wir nur schwer aus dem Alltag streichen können. Zu selten werden persönliche Sprachassistenten benutzt oder das Gerät gleich ausgeschaltet. Selbst Erstere können keine langfristige Lösung darstellen, da diese dennoch zu einer Ablenkung beitragen können. Ebenso wie das Radio oder die Mitfahrer.

Ein weiteres Problem zeigt sich in Form von Emotionen. Wie oft hat ein jeder von uns schon eine Situation erlebt, in der er oder sie nur schwer an sich halten konnte. Es nimmt uns einer die Vorfahrt, jemand überholt oder andere, meist banale, Dinge regen uns auf. Dieser Stress geht im Anschluss in unserer Körper über und beeinträchtigt unser Handeln. Bei den einen weniger, bei den anderen mehr. Einige gehen sogar so weit, dass sie sich explizit Rache schwören und versuchen den anderen, mit rasanten Fahrmanövern, das eben Erlebte zu vergelten.

Und eben dort kommen autonome Fahrzeuge ins Spiel. Ihnen ist es egal wer etwas macht und Computer sind insbesondere immer dann gut, wenn sie eine Aufgabe wieder und wieder erfüllen müssen. Doch gibt es auch viele Hürden zu meistern, da auf der Straße nicht nur Autos unterwegs sind. Unsere computerbasierten Freunde müssen zudem mit Motorrändern, Fahrrädern und Fußgängern klar kommen. Sie müssen besondere Witterungsverhältnisse meistern können und auch mit außergewöhnlichen Vorkommnissen, wie einem geplatzten Reifen, umzugehen wissen. Diese Anforderungen werden noch etliche Jahre des Forschens bereit halten, doch haben wir Menschen in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass wir so gut wie jedes Problem lösen können. Wenn es uns also gelingt zurück zu treten und den Autos selbst das Fahren zu überlassen, können unsere Straßen wirklich zu einem besseren Ort werden. Uns könnte ein Netzwerk offen stehen, was so noch nie vorgekommen ist. Keine Staus mehr, dank intelligenter Straßenführung. Reduzierter Spritverbrauch durch besser abgestimmte Fahrweise und Car Sharing für eine optimale Abdeckung mit möglichst wenigen Fahrzeugen.